Die
Einsatzzentrale SUEM 118 von Pieve di Cadore ist wirklich einzigartig, denn sie
ist die einzige in ganz Italien, die von der etwa 40 Km nordöstlich liegenden
Hauptstadt dezentralisiert ist.
Der Dienst für Notfall und Notfallmedizin
begann in der experimentellen Fase bereits 1985 mit nur einem, mit einem
Narkose- und Reanimationsarzt besetzten Notarztwagen. Standpunkt war das Zivilkrankenhaus
von Auronzo di Cadore.
Im Nachhinein, am 9 August 1986, wird
mit einem notarztbesetzten Standpunkt in Auronzo, in Cortina d´Ampezzo und in
Pieve di Cadore der Notruf im gesamten Bereich der damaligen ULSS Nr. 1 Cadore
bereits mit der Aktivierung der Telefonnummer 9340 zugänglich gemacht, und zwar
unabhängig vom Telefonbezirk und ohne Vorwahl.
Am 1. Juni 1988, auf Antrag und
Anregung des nationalen Bergrettungsverbands CNSAS, hat die Region Venetien die
experimentelle Aktivierung des Flugrettungsdienstes für das Dolomitengebiet
genehmigt, und zwar zusätzlich zu den drei bereits im Sanitätsplan der Region
für Ost-Venetien (Treviso), Zentral-Süd-Venetien (Padova) und West-Venetien
(Verona) vorgesehenen Rettungsdiensten.
So wurde effektiv auf dem gesamten
Gebiet der Provinz durch die neue Telefonlinie 33118 die ärztliche Bereitschaft gewährleistet, auch
diese ohne die Notwendigkeit, eine Vorwahl zu wählen.
Von Bergrettung sprechen bedeutete
zuvor vor allem, fast ausschliesslich von tapferen Bergsteigern zu berichten,
die im Team allen Herausforderungen der Bergwelt zum Trotz versuchten, so
schnell wie möglich den Patienten zu erreichen und ihn ins Tal zu
transportieren.
Oft jedoch
machten die Entfernung und die Näherungsschwierigkeiten ihre Mühe,
Uneigennützigkeit und Aufopferung überflüssig. Inzwischen werden Einsätze, die
einen stundenlangen Weg erfordern würden, in wenigen Minuten durchgeführt und
die Ankunft eines Arztes sowie den Zugang zu den wichtigsten regionalen
Krankenhäusern in nur 30 – 45 Minuten von überall in der Provinz Belluno aus
gewährleistet.
Am 18. Mai 1991 wurde für die gesamte
Provinz Belluno, eine der ersten in Italien mit Udine und Bologna, die
einheitliche Notrufnummer 118 offiziell in Betrieb genommen.
Eine ordnungsgemäße Verwaltung der
territorialen Notfälle und der Notfallmedizin wurde durch ein regionales Gesetz
geregelt, da erst nach etwa einem Jahr die Rechtsvorschriften mittels des Präsidentschafts-
Erlasses vom 27 März 1992 in Kraft getreten sind.
Am 28 März 1998 begann die
experimentelle Phase des Nachtfluges. Während dieser 6 Monate sind allein in
der Nacht 35 Eingriffe durchgeführt worden, in der gleichen Zeitspanne waren jedoch
81 Nachfragen eingegangen.
Einige
Einsätze sind aus folgenden Gründen nicht ausgeführt worden:
ungünstige
Wetterbedingungen, Hubschrauberwartung, zu 40 % waren keine Landeplätze
verfügbar.
Die
Provinz Belluno erstreckt sich auf einer Fläche von 3679 Km² mit einer
Bevölkerung von etwa 214.000 Einwohnern, einer Dichte von 58 Einwohnern pro
Km², jedoch mit 2 Spitzenwerten infolge der hohen Touristenpräsenzen während
der Winter- und Sommersaison.
Die Einwohner sind auf 69 Gemeinden
verteilt, 610 registrierte Ortschaften, 24 Skigebiete, 6 davon in unserem
Zuständigkeitsbereich mit insgesamt 527 Aufstiegsanlagen, 77 Sesselliften, 20
Seilbahnen und 266 Skiliften. Hinzu kommen 97 Berghütten, 53 nicht bewirtschaftete
Schutzhütten, 69 Bergwanderwege und 41 Klettersteige.
Die zuständigen ULSS sind 2, und zwar Nr.
1 Belluno und Nr. 2 Feltre und die verfügbaren Mittel in der Provinz sind:
Nr. 6
Krankenhäuser mit 4 Erste-Hilfe-Stationen und 2 Notaufnahmen
Nr. 1
Hubschrauber mit Standpunkt in Pieve di Cadore
Nr. 58
Krankenwagen, unterteilt in 21 Sektionen
Nr. 3
Notarztwagen in Pieve di Cadore, Belluno, Agordo
Nr. 1 Notarzt-Motorrad
(im Juli, August und September im Einsatz)
Nr. 14
Notarztdienste
Nr. 74
Apotheken
Nr. 180
Hausärzte
Nr. 27 Carabinieri-Stationen
Nr. 6
Feuerwehr-Sektionen
Nr. 19
Bergrettungs-Sektionen mit insgesamt 480 Technikern.
Was ist SUEM 118?
118 ist
eine kurze und kostenlose Telefonnummer, die es ermöglicht, in Notfällen um
Hilfe zu bitten. Ein einziger Bezugspunkt für die Bevölkerung und für die
entsprechenden Einrichtungen, welcher die Anfragen erhält und die auf dem
Gebiet verfügbaren Mittel koordiniert, um den spezifischen Anfragen je nach Art
des Gesundheitsproblems gerecht zu werden.
Wer meldet
sich unter der Nummer 118?
Es meldet
sich ein Krankenpfleger, der Anhand der erhaltenen Informationen hinsichtlich
der Situation entscheidet, welche Art von Einsatz erforderlich ist:
-
Notarzt
-
Krankenwagen – Notarztwagen –
Notarzteinsatzfahrzeug – Hubschrauber
-
Aktivierung der Bergrettung
Bevor Sie
die Nr. 118 wählen sollten Sie:
- sich
schützen;
- vermeiden,
sich unnötigen Gefahren auszusetzen;
- die
Szene beobachten und verstehen, was vorgefallen ist, daraufhin die Gefahren für
sich selbst und den Verletzten erkennen und demzufolge behilflich sein;
- vermeiden,
den Zustand des Verletzten durch unangemessenes Handeln zu verschlechtern;
- die
Anzahl der Verletzten und deren Zustand abwägen;
- durch
Ansprechen testen, ob der Verletzte bei Bewusstsein ist;
- sich
vergewissern, ob Atmung und Herzschlag vorhanden sind oder Blutungen vorliegen.
Dann erst
sollten Sie die Nr. 118 wählen.
- Das
Gespräch wird vom zuständigen Personal geleitet.
- Beantworten
Sie die Fragen, die gestellt werden.
- Unterstützen
Sie den Verletzten bis zum Eintreffen der angeforderten Hilfe.
- Decken
Sie den Verletzten zu.
-
Beruhigen Sie ihn und teilen Sie ihm mit, dass der Rettungsdienst am Eintreffen
ist.
- Immer
den Zustand des Bewussteins, der Atmung und des Kreislaufs beobachten.
-
Eventuell eingetretene Blutungen tamponieren.
- Den
telefonisch erteilten Anweisungen folgen, darunter können auch lebensrettende
Maßnahmen sein.
Beispiel:
Autounfall,
was tun?
- Zum
Absichern der Unfallstelle das Warndreieck aufstellen.
- Sich
nicht selbst in Gefahr bringen.
- Die
Motoren der in den Unfall verwickelten Autos abstellen.
-
Feststellen, wie viele Personen in den Unfall verwickelt sind und deren Zustand
erkunden.
- Mitteilen,
ob LKWs mit einbezogen sind und ob Ladung verloren gegangen oder Giftstoffe
ausgelaufen sind.
Was man
nicht tun sollte:
- die
Verletzten bewegen, es sei denn es handelt sich um einen Brand.
- Getränke
oder Arzneimittel verabreichen.
Nehmen Sie die Nr. 118 nicht unnötig in Anspruch.
Es handelt
sich um eine Notrufnummer, die nur für medizinische Notfälle vorgesehen ist. Es
ist keine Telefonzentrale für Krankenstationen, Erteilung von Informationen,
Untersuchungs- oder Arztterminen.
Mit der
Nummer 118 soll man keine Brände melden,
dafür gibt es die Nummer 115, es sei denn, Menschen sind mit einbezogen.
Wählen Sie
diese Nummer auch dann nicht, wenn Sie bedroht werden oder bei Streitigkeiten
oder Straftaten zugegen sind. Für solche Fälle wählen Sie 112 oder 113.
Rufen Sie
nicht die Nr. 118 an, wenn Sie einen Hausarztbesuch benötigen; dieser hat von
Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr und samstags von 8 bis 10 Uhr
Dienstbereitschaft. Rufen Sie ihn unter seiner Telefonnummer an und
hinterlassen Sie eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter.